Betriebliche Pflegelotsen im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken

mit betrieblichen Pflegelotsen

Unternehmen, denen es heute gelingt, betriebliche Anforderungen mit den Herausforderungen des Familienlebens ihrer Mitarbeitenden in Einklang zu bringen, gehören zu den Gewinnern! Gerade diese weichen Standortfaktoren sind bei der Gewinnung von Fachkräften ein entscheidendes Kriterium künftiger Unternehmensstrategien.

Das Projekt „Betriebliche Pflegelotsen“ – Worum geht es?

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it dem Projekt „Betriebliche Pflegelotsen“ soll im Unternehmensalltag die Frage „Wie vereinbare ich die notwendige Pflege Angehöriger mit meinem Beruf?“ durch praktische Unterstützung gelöst werden.

Vorteile für Unternehmen

Beschäftigte erfahren bei Bedarf schnelle und unkomplizierte Hilfe durch die „Betrieblichen Pflegelotsen“. Gleichzeitig können betriebliche Ausfallzeiten durch diese gezielte Unterstützung reduziert werden. Die Arbeitskraft von Mitarbeitern, die Angehörige pflegen, wird langfristig gestärkt und bleibt somit erhalten.
Das Unternehmen baut Kompetenzen in den eigenen Reihen auf und zeigt sich als attraktiver Arbeitgeber mit konkreten Serviceleistungen für seine Beschäftigten. Dies trägt zu einer Steigerung der Arbeitgeberattraktivität bei und bindet motivierte Fachkräfte an das Unternehmen.

Zum Dialog ermutigen

Mit dem Projekt will die Fachkräfteinitiative aber auch Mut machen, innerhalb des Unternehmens in einen Dialog über das Thema Pflege zu treten. Ein offener Dialog über das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist die Voraussetzung dafür, dass tragfähige Lösungen für Beschäftigte mit Pflegeaufgaben geschaffen werden können.

Ein weiteres großes Anliegen des Projektes „Betriebliche Pflegelotsen“ ist die Verzahnung zwischen Pflegelotsen und kommunaler Pflegeberatung im Rheinisch-Bergischen Kreis. Diese Schnittstelle soll eine Verbindung zwischen Unternehmen und örtlichen Hilfsstrukturen schaffen. Pflegelotsen und Pflegeberater sollen einander kennenlernen, damit die Pflegelotsen so einen „kurzen Draht“ zu den Fachleuten entwickeln, die sie bei Fragen unterstützen und an die sie ihre Kollegen weiter vermitteln können.

Sie wollen mehr über das Projekt erfahren? Sind Sie neugierig, welche Erfahrungen die bereits tätigen betrieblichen Pflegelotsen machen?
Das und mehr erfahren Sie in einem Artikel der punkt.rbw – Ausgabe 04/2018.

Sie haben Fragen zum Projekt bzw. den Schulungen? Sie möchten sich gerne zu den nächsten Schulungen in 2020 anmelden? Dann wenden Sie sich sehr gerne an Bianca Degiorgio von der RBW unter 02204 976321 oder schicken eine E-Mail an degiorgio@rbw.de

Die nächsten Schulungstermine zum Betrieblichen Pflegelotsen finden am 22. September, 6. Oktober & 27. Oktober 2020 von jeweils 8:30 bis 12:00 Uhr statt.

Infos & Termine

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ei den halbjährlichen Treffen, die sich an alle Betrieblichen Pflegelotsen im Rheinisch-Bergischen richten, geht es darum, die Pflegelandschaft besser kennen zu lernen und sich miteinander über die eigenen Erfahrungen als Pflegelotse auszutauschen. Im Mai waren wir zu Gast in Bergisch Gladbach bei Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung. Denn auch die letzte Reise gehört untrennbar zum Thema Pflege. Wie kann man trauernde Mitarbeiter gut unterstützen? Was ist eigentlich eine Bestattungsvorsorge und wofür ist sie gut? Diese und weitere Themen wurden diskutiert. Außerdem waren zwei Mitarbeiter der kommunalen Pflegeberatung der Stadt Bergisch Gladbach zu Gast und haben ihre Arbeit vorgestellt. Das gegenseitige Kennenlernen von Pflegeberatung und Pflegelotsen ist uns als Fachkräfteinitiative ein großes Anliegen.

Unsere Veranstaltung „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege in Unternehmen – Pflegende Angehörige im Fokus“ findet am 10. Oktober 2019 von ca. 12:00 bis 15:00 Uhr in der Kreisverwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises statt. Wir freuen uns ganz besonders auf einen Vortrag von Frau Prof. Dr. rer. medic. Tanja Segmüller von der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Außerdem werden wir an diesem Tag unseren „Betrieblichen Pflegelotsen“ aus der zweiten Runde ihre Zertifikate überreichen. Mehr Infos zur Veranstaltung finden Sie hier in Kürze!

Hinweis: Am 10. März 2020 findet von 9:00 bis 12:00 Uhr ein „Follow up“ – Termin für unsere bereits tätigen Betrieblichen Pflegelotsen im Rheinisch-Bergischen Kreis statt. 

„Betriebliche Pflegelotsen“ 2019

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uch in 2019 haben wir wieder „Betriebliche Pflegelotsen“ ausgebildet. Diesmal waren insgesamt 25 Teilnehmer mit dabei, die zukünftig ihren Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es um das Thema Beruf und Pflege geht. Über diese positive Resonanz haben wir uns sehr gefreut!

Johannes Stein, Trainer und Referent für pflegefachliche Seminare aus Wuppertal, hat unseren Teilnehmern neben einem Grundwissen rund um Pflege und Pflegeleistungen, auch Kenntnisse zu rechtlichen Rahmenbedingungen sowie bestehenden Hilfsangeboten vermittelt. Darüber hinaus war auch die Gesprächsführung und die Rolle eines Betrieblichen Pflegelotsen im Unternehmen ein Thema.

Was machen betriebliche Pflegelotsen?

Betriebliche Pflegelotsen sind die ersten Ansprechpartner im Unternehmen, wenn Beschäftigte eine Pflegesituation in der Familie bewältigen müssen. Pflegelotsen sind ein niederschwelliges Angebot und bieten in ihrer Funktion Orientierungshilfen, informieren über innerbetriebliche Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit sowie über das externe Hilfenetz. Die Vorteile sind für alle Beteiligten vielfältig. Durch die betrieblichen Pflegelotsen erhalten Beschäftigte schnelle und unkomplizierte Hilfe von einer vertrauten Person vor Ort, wodurch zügig tragfähige Lösungen entstehen. Der persönliche Kontakt miteinander erleichtert die Ansprache der Pflegelotsen.

Rückblick – Pilotphase „Betriebliche Pflegelotsen“ 2017/18

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ehn Unternehmen aus dem Kreis mit insgesamt 15 Teilnehmern haben sich entschieden, am Pilotprojekt teilzunehmen. Nach einer Auftaktveranstaltung im September 2017 wurden die angehenden betrieblichen Pflegelotsen in drei halbtägigen Schulungen mit den Grundlagen zum Thema Pflege und den Hilfsstrukturen in der Region vertraut gemacht.

Themen der Schulungen waren zum Beispiel allgemeine Fakten zur Pflegebedürftigkeit sowie Bedarfe, aber auch Anforderungen und Belastungen pflegender Angehöriger. Die Teilnehmer erhielten Informationen zu gesetzlichen Regelungen der Pflegezeit und Familienpflegezeit sowie ein Grundwissen zur Pflegeversicherung. Dazu zählen die Pflegegrade, der Pflegebedürftigkeitsbegriff und seine Begutachtung, die Leistungsbeiträge, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsbeitrag und vieles mehr. Ebenso das Aufgabenspektrum und die Vernetzung der Senioren- und Pflegeberatung im Rheinisch-Bergischen Kreis lernten die Teilnehmer kennen.

Im Anschluss an die Schulungen fanden im Frühjahr 2018 drei Informationsveranstaltungen für interessierte Bürger aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis statt.  „Wenn die Eltern alt werden“, ein Vortrag über die Rollenumkehr zwischen Eltern und Kindern, Auswirkungen der Pflegebedürftigkeit auf das Miteinander in der Familie und vor allem Konflikte innerhalb der Familie, aber auch entstehende psychische Belastungen bei den pflegenden Angehörigen waren Inhalt der ersten Veranstaltung. Das „Gesund bleiben als pflegender Angehöriger“ stand bei der zweiten Veranstaltung auf dem Programm. Was kann ich für mich tun, wenn ich einen Angehörigen pflege? Wie bleibe ich körperlich und psychisch gesund? „Der Trauer eine Heimat geben“, darüber diskutierten die Teilnehmer bei der dritten Veranstaltung, die in Kooperation mit Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung in Bergisch Gladbach stattfand.

Am 12. Dezember 2018 haben ein paar der Betrieblichen Pflegelotsen ihre Zertifikate im Rahmen einer Veranstaltung der Fachkräfteinitiative „Kluge Köpfe bewegen – Fachkräfte für den Rheinisch-Bergischen Kreis“ zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterdenken“ in Empfang genommen.

Gerhard Weber vom Rheinisch-Bergischen Kreis, Diana Heinze vom Jobcenter RheinBerg, Carina Erbstößer, Federal-Mogul Burscheid GmbH, Stefanie Wittfeld von der Stadt Rösrath und Sabine Molinski, ebenfalls Federal-Mogul Burscheid GmbH, bekamen die Zertifikate vom Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Stephan Santelmann, überreicht.

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