Betriebliche Pflegelotsen

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken

mit betrieblichen Pflegelotsen

Unternehmen, denen es heute gelingt, betriebliche Anforderungen mit den Herausforderungen des Familienlebens ihrer Mitarbeitenden in Einklang zu bringen, gehören zu den Gewinnern! Gerade diese weichen Standortfaktoren sind bei der Gewinnung von Fachkräften ein entscheidendes Kriterium künftiger Unternehmensstrategien.

Das Projekt „Betriebliche Pflegelotsen“ – Worum geht es?

Sie wollen mehr über das Projekt erfahren? Sind Sie neugierig, welche Erfahrungen die bereits tätigen betrieblichen Pflegelotsen machen?
Das und mehr erfahren Sie in einem Artikel der punkt.rbw – Ausgabe 04/2018.

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it dem Projekt „Betriebliche Pflegelotsen“ soll im Unternehmensalltag die Frage „Wie vereinbare ich die notwendige Pflege Angehöriger mit meinem Beruf?“ durch praxiserprobte Instrumente gelöst werden.

Vorteile für Unternehmen

Beschäftigte sollen bei Bedarf schnelle und unkomplizierte Hilfe erfahren. Gleichzeitig können betriebliche Ausfallzeiten durch eine gezielte Unterstützung reduziert werden. Die Arbeitskraft von Mitarbeitern, die Angehörige pflegen, wird langfristig gestärkt und bleibt somit erhalten.
Das Unternehmen zeigt sich als attraktiver Arbeitgeber mit konkreten Serviceleistungen für seine Beschäftigten. Dies trägt zu einer Steigerung der Arbeitgeberattraktivität bei und bindet motivierte Fachkräfte an das Unternehmen.

Zum Dialog ermutigen

Mit dem Projekt will die Fachkräfteinitiative aber auch Mut machen, innerhalb des Unternehmens in einen Dialog über das Thema Pflege zu treten. Ein offener Dialog über das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist die Voraussetzung dafür, dass tragfähige Lösungen für Beschäftigte mit Pflegeaufgaben geschaffen werden können.

Ein weiteres großes Anliegen des Projektes „Betriebliche Pflegelotsen“ ist die Verzahnung zwischen Pflegelotsen und kommunaler Pflegeberatung im Rheinisch-Bergischen Kreis. Diese Schnittstelle soll eine Verbindung zwischen Unternehmen und örtlichen Hilfsstrukturen schaffen. Pflegelotsen und Pflegeberater sollen einander kennenlernen, damit die Pflegelotsen so einen „kurzen Draht“ zu den Fachleuten entwickeln, die sie bei Fragen unterstützen und an die sie ihre Kollegen weiter vermitteln können.

„Betriebliche Pflegelotsen“ – Schulungen 2019

Die Schulungen zum „Betrieblichen Pflegelotsen“ werden auch in 2019 wieder angeboten. Die Schulungen der angehenden Pflegelotsen werden am 12. Februar, 12. März und 9. April 2019 jeweils von 8:30 bis ca. 12.00 Uhr in den Räumlichkeiten der Kreisverwaltung in Bergisch Gladbach stattfinden.

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Die Teilnehmern lernen neben einem Grundwissen rund um Pflege sowie Pflegeleistungen auch rechtliche Rahmenbedingungen kennen. Sie erhalten einen Überblick zu bestehenden Hilfsangeboten und Netzwerken für pflegende Angehörige im Rheinisch-Bergischen Kreis sowie der Region. Auch die Anforderungen und Lebenssituationen pflegender Angehöriger, die Rolle als betrieblicher Pflegelotse sowie das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege werden diskutiert.

Johannes Stein, Trainer und Referent für pflegefachliche Seminare aus Wuppertal wird die Schulungen durchführen. Aufgrund seiner großen Erfahrung kann er den Teilnehmern das Wissen anhand von praxisnahen Beispielen sehr gut und kurzweilig vermitteln.

Die Teilnahme an den Schulungen ist für die Unternehmen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis kostenfrei.

Sie haben Fragen zum Projekt? Sie möchten sich zu den Schulungen anmelden?

Dann wenden Sie sich sehr gerne an Bianca Degiorgio von der RBW unter 02204 976321 oder schicken eine E-Mail an degiorgio@rbw.de

Was machen betriebliche Pflegelotsen?

Betriebliche Pflegelotsen sind die ersten Ansprechpartner im Unternehmen, wenn Beschäftigte eine Pflegesituation in der Familie bewältigen müssen. Pflegelotsen sind ein niederschwelliges Angebot und bieten in ihrer Funktion Orientierungshilfen, informieren über innerbetriebliche Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit sowie über das externe Hilfenetz. Die Vorteile sind für alle Beteiligten vielfältig. Durch die betrieblichen Pflegelotsen erhalten Beschäftigte schnelle und unkomplizierte Hilfe von einer vertrauten Person vor Ort, wodurch zügig tragfähige Lösungen entstehen. Der persönliche Kontakt miteinander erleichtert die Ansprache der Pflegelotsen.

Rückblick – Pilotphase „Betriebliche Pflegelotsen“

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ehn Unternehmen aus dem Kreis mit insgesamt 15 Teilnehmern haben sich entschieden, am Pilotprojekt teilzunehmen. Nach einer Auftaktveranstaltung im September 2017 wurden die angehenden betrieblichen Pflegelotsen in drei halbtägigen Schulungen mit den Grundlagen zum Thema Pflege und den Hilfsstrukturen in der Region vertraut gemacht.

Themen der Schulungen waren zum Beispiel allgemeine Fakten zur Pflegebedürftigkeit sowie Bedarfe, aber auch Anforderungen und Belastungen pflegender Angehöriger. Die Teilnehmer erhielten Informationen zu gesetzlichen Regelungen der Pflegezeit und Familienpflegezeit sowie ein Grundwissen zur Pflegeversicherung. Dazu zählen die Pflegegrade, der Pflegebedürftigkeitsbegriff und seine Begutachtung, die Leistungsbeiträge, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsbeitrag und vieles mehr. Ebenso das Aufgabenspektrum und die Vernetzung der Senioren- und Pflegeberatung im Rheinisch-Bergischen Kreis lernten die Teilnehmer kennen.

Im Anschluss an die Schulungen fanden im Frühjahr 2018 drei Informationsveranstaltungen für interessierte Bürger aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis statt.  „Wenn die Eltern alt werden“, ein Vortrag über die Rollenumkehr zwischen Eltern und Kindern, Auswirkungen der Pflegebedürftigkeit auf das Miteinander in der Familie und vor allem Konflikte innerhalb der Familie, aber auch entstehende psychische Belastungen bei den pflegenden Angehörigen waren Inhalt der ersten Veranstaltung. Das „Gesund bleiben als pflegender Angehöriger“ stand bei der zweiten Veranstaltung auf dem Programm. Was kann ich für mich tun, wenn ich einen Angehörigen pflege? Wie bleibe ich körperlich und psychisch gesund? „Der Trauer eine Heimat geben“, darüber diskutierten die Teilnehmer bei der dritten Veranstaltung, die in Kooperation mit Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung in Bergisch Gladbach stattfand.

Am 12. Dezember 2018 haben ein paar der Betrieblichen Pflegelotsen ihre Zertifikate im Rahmen einer Veranstaltung der Fachkräfteinitiative „Kluge Köpfe bewegen – Fachkräfte für den Rheinisch-Bergischen Kreis“ zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterdenken“ in Empfang genommen.

Gerhard Weber vom Rheinisch-Bergischen Kreis, Diana Heinze vom Jobcenter RheinBerg, Carina Erbstößer, Federal-Mogul Burscheid GmbH, Stefanie Wittfeld von der Stadt Rösrath und Sabine Molinski, ebenfalls Federal-Mogul Burscheid GmbH, bekamen die Zertifikate vom Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Stephan Santelmann, überreicht.

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