Ganz kurz – Wer ist Monika Hiller?

Monika Hiller arbeitet als Inklusionsbeauftrage bei der Stadt Bergisch Gladbach. Man könnte auch sagen sie ist eine „Barriere-Abbauerin“. Denn sie tritt an für mehr Barrierefreiheit. Aufgewachsen ist sie im Rheinisch-Bergischen Kreis. Dort lebt sie auch aktuell, und zwar in Kürten. Sie liebt es zu kochen, zu backen oder einfach neue Sachen auszuprobieren. Doch auch alt Bewährtes schätzt sie sehr. So hat sie große Freude daran, Lebensmittel wie zu Omas Zeiten einzukochen. Zu ihrem Glück funktioniert es auch ganz gut, die selbstgebackenen Kuchen bei ihren Kolleginnen und Kollegen an die Frau und den Mann zu bringen.

Was genau ist eigentlich eine Inklusionsbeauftragte?

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Flapsig gesagt, ist es eine Stelle, wo man alles und nichts machen kann. In diesem Job hat Monika Hiller viel Gestaltungsfreiraum. Diesen gilt es jedoch, klug zu nutzen und auch umzusetzen. Eine Inklusionsbeauftragte hat das Ziel, die Stadt barrierefreier zu gestalten, und das nicht nur in baulicher Hinsicht. Es geht darum, Barrieren jeglicher Art abzubauen. Dazu gehört es Missstände aufzudecken, Veränderungen anzuschieben, Vereine und Institutionen zu unterstützen sowie viel Netzwerkarbeit.

Zusätzlich betreut Monika Hiller geschäftsführend den Inklusionsbeirat der Stadt Bergisch Gladbach. Der Beirat ist ein politisches Gremium und kann dazu beitragen, politische Entscheidungen herbeizuführen.

Sie machen Feierabend und denken sich „Ich bin super zufrieden. Das war ein echt guter Tag.“ Was haben Sie dann gemacht?

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Dann hat sie auf jeden Fall gute Gespräche geführt, sagt Monika Hiller. Gespräche der Art, bei denen auf der anderen Seite eine Botschaft angekommen und ein Bewusstsein für das Thema Inklusion und eine „barrierefreie-re“ Stadt entstanden ist.

3 Dinge, die Sie an ihrem Arbeitsplatz besonders schätzen.

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  • Mit genügend Ausdauer etwas bewegen können.
  • Zu erleben, dass viele Kollegen empfänglich für das Thema Inklusion sind.
  • Der Austausch mit vielen verschiedenen Menschen und die Möglichkeit immer wieder interessante Leute kennenzulernen.

Was war das beste Erlebnis in ihrem jetzigen Job bislang?

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Von außen betrachtet ist es vielleicht nur eine Kleinigkeit, und doch zeigt die Antwort von Monika Hiller sehr gut, worum es in ihrem Job geht. Eine Rollstuhlfahrerin meldet sich bei ihr. Seit einiger Zeit steht ein Baustellenschild mitten auf einem Bürgersteig und macht es ihr unmöglich, mit ihrem Rollstuhl vorbei zu fahren. Monika Hiller informiert den entsprechenden Kollegen und schildert die Problematik. Das Schild kommt daraufhin an eine andere Stelle, damit ausreichend Platz ist auf dem Bürgersteig bleibt. Später kommt besagter Kollege nochmal zu ihr. „Das passiert mir auch nicht nochmal“, meint er. Cooles Statement! Es ist einfach schön, wenn es „Klick“ macht und man helfen kann, Barrieren abzubauen.

Wie sind Sie bei der Stadt Bergisch Gladbach „gelandet“?

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Monika Hillers Weg begann schon sehr früh bei der Stadtverwaltung. In den 90er Jahren hat sie nämlich ihre Ausbildung im gehobenen Dienst bei der Stadt Bergisch Gladbach absolviert. Anschließend war sie einige Jahre in der internen Verwaltung aktiv, bevor sie danach fast 16 Jahre lang bei der Kämmerei der Stadt Wermelskirchen gearbeitet hat.

Für ihre jetzige Stelle als Inklusionsbeauftrage bringt sie zwar keine fachliche Ausbildung, wie zum Beispiel eine Sozialarbeiterin mit, allerdings sehr viel ihrer eigenen persönlichen Erfahrung als Mensch mit einer Behinderung. Nach einem ausführlichen Gespräch mit ihrer damaligen Vorgängerin dieser Stelle, war ihre Entscheidung gefallen. Darauf bewerbe ich mich! Hat geklappt – wie man sieht.

Die 3 wichtigsten Eigenschaften in ihrem Beruf.

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  • Die passende Einstellung ist in so einem Job sehr wichtig, findet sie. In ihrem Job bedarf es viel Einfühlungsvermögen für andere Menschen und deren individuelle Belange.
  • Den Ehrgeiz wirklich etwas bewegen zu wollen und das Umfeld ein Stück weit zum Umdenken zu bringen – ohne das wird es schwierig.
  • Antennen dafür zu haben, wo genau der Handlungsbedarf liegt.

Was verbinden Sie mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis?

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Sie ist hier aufgewachsen und lebt auch heute noch sehr gerne im Rheinisch-Bergischen Kreis. Was ihr besonders gefällt: Es ist nicht so groß wie Köln und doch fühlt es sich von der Mentalität her so an wie in Köln. Die Menschen hier im Kreis sind einfach besonders anders. Ein gewisser Humor, Scherze am Arbeitsplatz und eine gewisse Leichtigkeit, das ist es, was es für sie hier ausmacht.

Was ist der beste Rat oder auch der schlechteste Rat, den Sie bislang in ihrem Leben bekommen haben?

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Sie selber hat zwar keinen schlechten Rat bekommen, dafür jedoch ihre Eltern. Und zwar den Rat, sie aufgrund ihrer Behinderung, auf eine Förderschule zu schicken. Glücklicherweise waren ihre Eltern in diesem Punkt äußert clever und haben diesen Rat nie befolgt. Das hat ihr wiederum die Möglichkeit eröffnet, eine Schul- und Berufslaufbahn wie jeder andere auch zu absolvieren. Wenn auch unbewusst, haben die Eltern von Monika Hiller mit ihrer damaligen Entscheidung, ihr vermutlich dadurch den besten Rat ihres Lebens gegeben. Mach das, was für dich selber am besten ist, denn nur du weißt, was gut für dich ist!

Was brauchen Sie für sich persönlich, damit ihre Krafttanks voll sind?

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Der private Rückhalt durch Familie und Freunde spielt für Monika Hiller eine bedeutende Rolle in ihrem Leben. Wichtig ist für sie auch ein schönes Zuhause, also eine Art Ruhepool, wo sie sich fallen lassen kann. Mit anderen Menschen gute Gespräche führen und konstruktives Feedback miteinander auszutauschen gibt ihr wieder Energie für den Alltag.

Wobei vergessen Sie die Zeit?

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Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal beim Schreiben von Geschichten und Artikeln, wenn sie so richtig ins Thema eintaucht. Aktuell ist sie auf dem „Häkel-Trip“. Das ist auch so eine wunderbare Sache, bei der man abtauchen und die Zeit vergessen kann.